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Kita- und Horthund „Holly“

Ein Konzept zur tiergestützten Pädagogik mit einem Hund in der
Kindertagesstätte und im Hort.

Wer ist „Holly“?

Die Hündin „Holly“ ist ein Border Collie, sie wurde am 24.02.2017 in der Nähe von Ansbach
bei der Züchterin des „Zwingers of Beaverdale“ geboren. Ihr vollständiger Name ist
„Holly of Beaverdale“.
Mit 8 Wochen zog „Holly“ im April 2017 bei Frau Arz, ihrem Mann und der Malinois Hündin
namens „Beast“ ein. Die Hunde von Frau Arz leben sehr familienbezogen und begleiten sie
in fast allen Alltagssituationen, sogar in den Urlaub.
„Holly“ ist ein sehr aufgeschlossener, immer gut gelaunter und fröhlicher Hund. Kontakt
zu Kindern im Kleinstkind- und Kindergartenalter hat sie schon, seit sie bei Frau Arz lebt
und ist im Umgang mit diesen sehr entspannt und sicher.
Das gemeinsame Hobby von Frau Arz und „Holly“ ist „Agility“.
Agility ist eine Hundesportart, bei der der Hund einen aus mehreren Hindernissen
bestehenden Parcours innerhalb einer gegebenen Zeit überwinden muss. Der Hundeführer
zeigt ihm dabei mit Körpersprache und Hörzeichen den Weg, darf aber dabei weder
Hindernisse noch den Hund anfassen. Seit Mai 2019 starten Frau Arz und „Holly“
regelmäßig auf Turnieren.
„Holly“ wird regelmäßig geimpft, entwurmt und vom Tierarzt untersucht (siehe
Gesundheitszeugnis).

Warum ein Hund in der Kita und im Hort?
„Gib einem Kind einen Hund; du gibst ihm einen treuen und loyalen
Spielkameraden“
Berton Braley
Grundsätzliches zur tiergestützten Pädagogik
Pädagogische Arbeit mit Hunden soll emotional, kognitiv und sozial stützen sowie
fördern. Dabei sind Tiere herausfordernde und konsequente, aber auch geduldige
Lehrer. Sie nehmen die Stimmung der Kinder sehr schnell wahr und spiegeln
diese im eigenen Verhalten wider. In gewünschter Weise reagieren sie nur auf
klares und eindeutiges Verhalten.
Durch Hunde lernen Kinder eigene Wünsche zu spüren, sie klar zu formulieren,
eigene Grenzen zu setzen, aber auch die Grenzen des Tieres zu akzeptieren. Die
eigene und die Fremdwahrnehmung werden geschult und neue Verhaltensmuster
können ausprobiert werden. Im vorsichtigen, sensiblen, spielerischen und
professionell begleiteten Umgang mit dem Hund wird eine ganzheitliche
Förderung erzielt.

Gründe für einen Kita- und Horthund

  • Ein Kita-und Horthund schafft ein besseres Klima!
    Der Hund begrüßt die Kinder, er begegnet ihnen freundlich und weiß nichts
    von Streitigkeiten der Kinder, Vorfällen morgens in der Schule oder
    schlechten Noten. Die Kinder können sich in seiner Gegenwart entspannen,
    den Hund streicheln und erst einmal den Stress/Schulstress ablegen.
    Durch sein Verhalten bringt er die Kinder zum Lachen und verbessert die
    Stimmung.
  • Ein Kita-und Horthund trainiert soziale Kompetenzen!
    Der Hund lässt die Kinder spüren: „Ich nehme dich so an wie du bist!“
    Durch diese bedingungslose Annahme macht der Hund keine Unterschiede
    zwischen den Kindern. Auf Stress, Lärm oder rücksichtsloses Verhalten
    reagiert der Hund mit Rückzug. So zeigt er den Kindern auf neutrale und
    nicht wertende Weisen, dass er dieses Verhalten nicht mag.
    Die Kinder reagieren auf das Verhalten des Hundes oft besser als auf
    Ermahnungen der Erzieher.
    Verhaltensauffällige Kinder erleben so eine direkte Resonanz auf ihr
    oftmals ungestümes und/oder unbeherrschtes Verhalten. Liebevolles
    Verhalten wird hingegen von einem Hund direkt mit Zuwendung und
    Aufmerksamkeit belohnt. Durch die Interaktion mit dem Hund werden die
    eigenen Möglichkeiten zur Empathie gefördert. Auch die Körpersprache
    des Hundes zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren macht die
    Kinder sensibler für die Körpersprache bei uns Menschen.
  • Ein Kita-und Horthund hilft beim Lernen und Hausaufgaben machen!
    Beim Vorschulprogramm, beim Würzbuger Sprachprogramm, beim
    Zahlenland oder bei den Hausaufgaben erledigen nehmen die Kinder
    Rücksicht auf den Hund, dadurch ist es in der Gruppe leiser wodurch die
    Kinder besser arbeiten können. Der Hund hört den Kindern zu oder leistet
    einfach nur Gesellschaft. Dadurch ist die gesamte Atmosphäre lockerer
    und entspannter und die Kinder sind motivierter.
  • Ein Kita-und Horthund fördert die Gemeinschaft!
    Kinder knüpfen durch „soziale Katalysatoren“ (Hund) leichter Kontakt mit
    anderen Kindern oder auch der Erzieherin, welcher der Hund gehört. Allen
    Kindern liegt das Wohl des Hundes am Herzen und sie sind bestrebt, dass
    es dem Hund gut geht. Dieses Ziel verbindet! Gemeinsame Aktivitäten wie
    z.B. mit dem Hund spazieren gehen, Hundeleckerlies backen oder mit dem
    Hund den Hundeplatz zu besuchen stärken den Gruppenzusammenhalt.
  • Ein Kita-und Horthund stärkt das Selbstbewusstsein und gibt Mut!
    Für die Kinder ist es toll für ein Tier zu sorgen und das Vertrauen des
    Tieres zu gewinnen. Hunde zeigen sehr deutlich „Ich mag dich“.
    Schüchterne Kinder gehen mehr aus sich heraus, trauen sich mehr zu und
    haben ein ganz anderes Auftreten, wenn der Hund in der Nähe ist. Mit
    dem Hund zu kommunizieren und mit ihm zu arbeiten, z.B. ihn
    aufzufordern Pfötchen zu geben oder sich auf Kommando hinzusetzen,
    stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder in ihrem Auftreten und ihren
    Fähigkeiten.
  • Ein Kita- und Horthund fördert die Wahrnehmung!
    Mit dem Hund in Kontakt zu kommen, ihn zu streicheln und ihn zu füttern
    bietet den Kindern eine Vielfalt von Wahrnehmungsmöglichkeiten. Das
    weiche Fell zu spüren, mit ihm zu kuscheln und die ruhige Ausstrahlung des
    Hundes zu spüren, vermittelt Kindern ein Gefühl von Geborgenheit.

Ziele:
Durch den Kontakt mit dem Hund sollen die Kinder auf vielfältige Art und Weise
angesprochen werden. Insbesondere die in der Kindertagesstätte schwerpunktmäßigen
Förderbereiche der Wahrnehmung, Motorik, Sprache, phonologischen Bewusstheit,
numerischen Grundlagen, Sozialkompetenz und Aufmerksamkeit sollen durch den
zielgerichteten Hundeeinsatz gefördert werden.
Die Ziele eines Hundeeinsatzes in unserer Einrichtung können sein:

  • Körpersprache und Verhaltenskunde zum Hund (die Kinder werden für die
    Körpersprache des Hundes sensibilisiert, was auch zu einer größeren
    Aufmerksamkeit bezüglich der Mitmenschen führt. Allgemein ist das
    Heranführen an den richtigen Umgang mit Hunden (auch Bissprävention) zu
    sehen).
  • Stärkung des Selbstwertgefühls (Verantwortung übernehmen, übertragene
    Aufgaben erfolgreich lösen).
  • Sozialkompetenz und Empathie (Grenzen kennenlernen, setzen und akzeptieren.
    Was mag der Hund, was nicht? Was möchte ich? Was möchte ich nicht?)
  • Emotionale Ansprache (über körperliche Nähe des Tieres bekommt das Kind ein
    Gefühl von Wärme, Vertrauen, Sicherheit, Annahme, aber auch Akzeptanz und
    Verständnis zu dem fühlenden Tier).
  • Integration (durch das gemeinsame Interesse am Hund kann es den Kindern
    leichter fallen, untereinander in Kontakt zu treten, zudem treten Tiere dem
    Menschen gegenüber vorbehaltlos entgegen).
  • Sinneswahrnehmung (Fühlen, Riechen, Sehen und Hören von Hunden verschafft
    neue Reize)
  • Kommunikation/Sprache und phonologische Bewusstheit (Anregung zu
    Gesprächen mit dem Hund und dem Betreuer des Tieres sowie Gesprächsanlass
    innerhalb der Gruppe. Die Kinder achten auf eine deutliche Aussprache, da der
    Hund darauf besser reagiert. Der Hund bewertet nicht, er ist ein geduldiger
    Zuhörer. Sprechhemmungen können abgebaut werden).
  • Numerische Grundlagen (die Thematik Hund bietet vielfältige, spielerische
    Anlässe im Umgang mit Zahlen und Mengen).
  • Motivation (Hunde stellen eine große Motivation dar, auch ungeliebte Tätigkeiten
    (schneller) zu erledigen oder neue Dinge zu erlernen).
  • Motorik (durch den Kontakt mit dem Hund wird die Motorik immer mit geschult,
    gezielte Bewegungsaufgaben können neue Ressourcen und Bewegungsabläufe bei
    den Kindern wecken).